
...und dann allein wieder aufgestanden. Niemand hat es dir beigebracht. Und du hast dabei etwas Entscheidendes erlebt: Selbstwirksamkeit.
Resilienz zeigt sich oft früher, als wir denken: in kleinen Momenten des Wiederaufstehens, Weiterlernens und erneuten Versuchens. Nicht als unzerstörbares „dickes Fell“, sondern als Fähigkeit, Belastung zu verarbeiten, sich zu regulieren und wieder handlungsfähig zu werden.
Wie das Immunsystem ist Resilienz mal stärker und mal schwächer. Wenn wir uns um sie kümmern, wird sie stärker. Durchhalteparolen allein reichen oft nicht. Hilfreicher können Routinen sein, die Selbstregulation, Erholung und einen konstruktiven Umgang mit Belastung im Alltag unterstützen.
Eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse untersuchte Resilienztrainings in elf randomisierten kontrollierten Studien. Insgesamt zeigte sich ein moderater positiver Effekt auf Resilienz. Besonders vielversprechend waren Programme, die kognitive Verhaltenselemente und Achtsamkeit miteinander kombinierten. (Joyce et al., 2018)
Dazu gehört für mich auch die körperliche Resilienz. Stretching, Yoga, Meditation, Hüpfen und Schütteln am Morgen. Abends alle paar Tage Sport und ein paar Zeilen im Journal. So sieht es aus, wenn es läuft. Es läuft nicht immer. Wenn du eine einzige Sache ausprobieren willst, nimm diese drei Fragen vor dem Schlafengehen.
Was habe ich heute gelernt? Wofür bin ich dankbar? Worauf freue ich mich?
Mit dem Alter wachsen Verantwortung, Erwartungen und Tempo des Lebens. Unsere Krisen werden komplexer als ein Sturz zu Boden. Manchmal bleiben wir liegen.
Bei mir heißt es jedes Mal dasselbe: Ich trage gerade mehr, als ich regenerieren kann. Belastung gehört zum Leben. Besonders schwierig kann sie werden, wenn Erholung, Selbstregulation und sozialer Rückhalt über längere Zeit zu kurz kommen. Und ob sie zu kurz kommen, entscheidet selten der Wille allein. Schichtpläne, Pflege in der Familie, ein Job, der bis in den Abend reicht: Erholung ist kein Charakterzug, sie ist eine Frage der Gelegenheit.