
62 Prozent der Gestressten berichten von Muskelverspannungen oder Rückenschmerzen. Bei den Entspannten sind es 50. (TK-Stressreport 2025)
Gebraucht zu werden ist ein schönes Gefühl. Und ein paar eigene Ziele hat man ja auch noch. Mit 24 Stunden am Tag kann es da schon mal eng werden. Also wägen wir ab, wo wir Abstriche machen. Hobbys, die Liebsten oder Schlaf? Nur wird diese Rechnung selten allein aufgemacht. Sie hängt am Dienstplan, am Pendelweg, an den Bedürfnissen meines Umfelds.
Wenn das länger so bleibt oder sich schon ausweglos anfühlt, gibt der Körper uns Signale. Ich kann mich gut daran erinnern, wie leicht die auszublenden sind. Kennst du Schmerzen im Nacken und oberen Rücken? Wärmepflaster drauf und gut.
Ob krank am zweiten Urlaubstag oder dauerhaft verspannt. Wer seine Signale lange ignoriert, für den macht der Körper die Durchsagen lauter.
Das ist kein Zufall. Unter anhaltender Belastung kann der Kontakt zu den eigenen Körpersignalen schwieriger werden. Eine Studie mit chronisch belasteten Lehrkräften deutet darauf hin, dass chronischer Stress die Verarbeitung und Wahrnehmung innerer Signale verändern kann. Was wir spüren, einordnen und beachten, ist dann nicht immer dasselbe. (Schulz et al., 2025)
Vielleicht meldet sich der Körper nicht immer lauter. Vielleicht haben wir unter Dauerbelastung nur weniger Kapazität, seine Signale wahrzunehmen und ernst zu nehmen.
Zu meiner Belohnung bin ich eine Zeit lang immer zu Weihnachten, nach Jahresendspurt in den Tauchurlaub ans Rote Meer geflogen. Es ist nicht nur einmal passiert, dass ich sofort krank wurde und bis zu einer Woche im Hotelbett lag. Rückblickend hatte ich den Eindruck: Mein Körper nahm sich die Pause, die ich ihm vorher nicht gegeben hatte. Bis zum Reiseantritt hatte ich nichts gemerkt.
Beim Apnoe-Sport liegen wir an der Wasseroberfläche und richten die Aufmerksamkeit bewusst auf den Körper. Dabei kann Raum entstehen, Anspannung wahrzunehmen und nach Möglichkeit loszulassen. Genau dieses Gespür für den Körper trainieren wir auch bei Relaqua®: Signale erkennen und den Kontakt nach innen wieder aufnehmen.
Nach ein paar Trockenübungen geht es ins Becken. Ihr seid dort immer zu zweit, im Buddy-System, das ich aus dem Tauchsport mitgebracht habe. Ich zeige jede Übung mit einem Teilnehmer, danach macht ihr sie in euren Paaren, wobei einer immer aufpasst. Du liegst an der Wasseroberfläche, dein Buddy stützt deinen Kopf und bewegt dich leicht hin und her. Mehr musst du nicht tun. Kein Leistungsdruck, kein Luftanhalten auf Zeit. Du spürst die Schwerelosigkeit und weil die Ohren untergetaucht sind, hörst du dein Inneres. Vielleicht kannst du deinen Herzschlag hören.
Wir wechseln danach zu den Übungen, bei denen Schweben und entspanntes Atmen in Varianten ausprobiert wird. Zum Abschluss gibt es eine ausgedehnte Floating-Session, bei der sich alle im Pool treiben lassen. Teilnehmende beschreiben das Schweben häufig als geborgen und überraschend erholsam.
Denn mit Relaqua® biete ich kein Leistungsmessen, sondern eine entspannende Erfahrung im Wasser. Die Aufmerksamkeit kann sich nach innen richten und Raum entstehen, loszulassen. Wir lassen Gedanken ziehen und lauschen unserem Puls.
Ich gestalte die Übungseinheiten mit klaren Absprachen, angemessener Begleitung und einem achtsamen Umgang mit persönlichen Grenzen. Relaqua® arbeitet nicht mit Rekorden, sondern mit Ruhe, Vertrauen und Körperwahrnehmung.
Wenn du magst, probier es gleich aus. Setz dich hin, Füße auf dem Boden, Hände im Schoß. Geh langsam von oben nach unten: Kiefer. Schultern. Nacken. Hände. Bei jeder Stelle ein Atemzug, mehr nicht.
Dann noch einmal dieselbe Runde. Beim zweiten Durchgang merkst du oft mehr als beim ersten, weil der erste vor allem damit beschäftigt war, überhaupt anzukommen.
Du musst nichts lösen und nichts wegatmen. Es geht ums Feststellen. Was du findest, war vermutlich schon länger da.